Hypnose in der Psychotherapie - 
Wirkung, Trance und Unterbewusstsein

Was ist Hypnose?

Hypnose ist ein Zustand, der allgemein als Trance bekannt ist. Diese Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand, welcher durch tiefe Entspannung, fokussierte Aufmerksamkeit und erhöhte Suggestibilität gekennzeichnet ist. In der Hypnotherapie wird dieser Zustand genutzt, um mit dem Unbewussten in Kontakt zu treten. Es ermöglicht den Zugang zu tiefgründigen psychischen Prozessen. So kann das Unbewusste direkt angesprochen werden, um therapeutische Veränderungen zu fördern. In Trance wird sozusagen die kritische Instanz (das Bewusstsein) umgangen, sodass Suggestionen direkt auf unbewusster Ebene wirken können. Unser Unbewusstes ist empfänglicher für Veränderungen, da es weniger durch rationale Zweifel oder Widerstände blockiert wird. 
Die therapeutische Trance dient dazu mehr über sich selbst zu lernen, und bietet die Möglichkeit sich auf angemessene Art und Weise selbst zu verwirklichen. Trance kann auch als Lücke in gewohnten Bewusstseinsabläufen verstanden werden. In diesem schöpferischen Augenblick kann es dann zu einer Reorganisatioin unserer Gedanken kommen, welche für eine Heilung so wesentlich sind.

Wie fühlt sich eine Hypnose an?

Hypnose im Rahmen der Psychotherapie fühlt sich für die meisten Menschen wie ein angenehmer, tief entspannter Zustand an, ähnlich einem Tagtraum, in dem Sie sich sicher und fokussiert fühlen. Im Gegensatz zur Show-Hypnose, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, geht es hier nicht um Kontrollverlust oder Unterhaltung, sondern um therapeutische Prozesse der Neuorientierung,  Neubewertung und Selbstbestimmung.  Häufige Fragen wie „Bin ich willenlos?“, „Verrate ich meine tiefsten Geheimnisse?“, „Erinnere ich mich an nichts?“ oder „Wache ich nie wieder aus der Trance auf?“ können klar beantwortet werden: Sie sind nicht willenlos, behalten die Kontrolle und entscheiden selbst, was Sie teilen; Sie erinnern sich in der Regel an alles, und ein Nicht-Aufwachen ist nicht möglich, da die Trance ein natürlicher, sicherer Zustand ist, aus dem Sie immer zurückkehren. 

Über das Unterbewusstsein 

Wir können uns das Unbewusste wie einen tiefen Ozean vorstellen. Das, was wir sehen und wahrnehmen können, also unser Bewusstsein stellt die Oberfläche des Ozeans dar. Unter dieser Oberfläche jedoch liegt eine weite geheimnisvolle Tiefe voller Strömungen, verborgener Schätze, versunkener Schiffe und unbekannten Kreaturen, die das Unbewusste symbolisieren. Diese Tiefen beeinflussen die Wellen an der Oberfläche. Wir verstehen nicht immer warum diese Wellen entstehen oder wo sie herkommen. Sie enthalten Erinnerungen, Wünsche und Konflikte, die nur durch Träume, indirekte Zeichen oder in Hypnose sichtbar werden.

Das Unbewusste spielt in der Hypnose eine zentrale Rolle. Es umfasst Gedanken, Erinnerungen und Impulse, die nicht aktiv bewusst sind und dennoch unser Empfinden und Verhalten beeinflussen. Wir alle haben schon einmal erlebt, dass es in uns eine innere Kraft gibt, die sich unser bewussten Kontrolle entzieht oder zu der wir meistens keinen Zugang haben.  Unser Unbewusstes arbeitet im Hintergrund und wirkt wie ein verborgener Regisseur, der Entscheidungen und Reaktionen mitprägt. 

Hier sind einige Beispiele, die zeigen, wie das Unbewusste im täglichen Leben wirkt:

  • Automatische Handlungen: Routinehandlungen wie Zähneputzen, Autofahren oder auf einer Tastatur tippen
  • Träume: Unsere Träume spiegeln unbewusste Wünsche oder auch Konflikte wider. 
  • Intuitive Entscheidungen: Entscheidungen, die wir aus einem Bauchgefühl heraus treffen ohne genau zu wissen warum, ist ein Zeichen dafür, dass unser Unbewusstes Informationen verarbeitet, die unser Bewusstes nicht direkt registriert. 
  • Kreative Eingebungen: Ideen und plötzliche Einfälle, die scheinbar aus dem Nichts kommen stammen oft aus unbewussten Verknüpfungen. 
  • Körperliche Reaktionen: Ein schneller Herzschlag oder schwitzen in stressigen Situationen kann durch unbewusste Prozesse ausgelöst werden, die auf Bedrohungen reagieren, bevor das Bewusstsein sie verarbeitet. 

Trance und Tiefe der Hypnose

In der Hypnotherapie wird ein natürlicher Trancezustand erzeugt, indem die Aufmerksamkeit eingeschränkt bzw. gebündelt wird. Dieses Fokussieren der Aufmerksamkeit leitet die Trance ein. 

Natürlich tritt dieses Phänomen nicht nur bei einer Hypnose auf, vielmehr ist es ein Zustand in den wir mehrmals am Tag eintauchen, oftmals ohne es zu wissen und ohne diesen bewusst herbeizuführen. Erinnern Sie sich nur einmal an den letzten Moment vor dem Einschlafen, an diesen Zustand zwischen wach sein und schlafen. Auch beim Sport, Musizieren, oder anderen kreativen Tätigkeiten erleben wir oft diesen Flow-Zustand und sind so vertieft, dass Zeit und Umgebung verschwinden und wir uns voll und ganz in diesem vom Unbewussten geleiteten Zustand befinden. Vielleicht erleben Sie es aber auch bei Meditation, konzentrierten Arbeiten, Lesen, Tagträumen oder beim Autofahren, wenn Sie auf Autopilot schalten und komplexe Handlungen ausführen ohne bewusst darüber nachzudenken. 

Der Zustand der Trance, wie er im Alltag oder in der Hypnose auftritt, wird oft missverstanden und geht mit der Sorge einher, der Klient sei während der Hypnose willenlos. Das ist mit Nichten der Fall. In Trance ist der Klient nicht willenlos im Sinne von vollständigem Kontrollverlust. Auch die Sorge in Trance nichts mitzubekommen ist unbegründet. Eine Trance kann unterschiedlich tief sein. In der Hypnotherapie wird der Klient in der Regel in eine mittlere Trancetiefe versetzt. Dies bedeutet einen entspannten Ruhezustand in dem der Klient die Stimme des Hypnotiseurs hört. Die Tiefe der Trance entscheidet nicht über den Erfolg der Hypnose, auch wenn das viele glauben. Viel wichtiger als die Trancetiefe ist das, was in der Hypnose gesagt wird und die Worte die der Hypnotiseur wählt.

Hypnose in der Psychotherapie 

Die Hypnose wird in der Psychotherapie eingesetzt, weil sie gezielt das Unterbewusstsein anspricht und so Veränderungen ermöglicht, die im normalen Bewusstheitszustand nicht oder nur sehr schwer möglich sind. 

In der Hypnose spielt die Sprache eine zentrale Rolle. Sie ist das Hauptinstrument des Hypnotiseurs. Die Sprache in der Hypnotherapie nutzt oft Metaphern, Bilder, Geschichten und sinnliche Beschreibungen, da unser Unbewusstes in Bildern denkt, vielmehr noch als unser Verstand. Natürlich sollten diese angesprochenen Bilder und Metaphern zur Lebenswelt und Vorstellungskraft des Klienten passen und seinen gewünschten Veränderungen dienlich sein. 

Ein weiteres wichtiges Werkzeug der Hypnose sind Suggestionen. Hierbei handelt es sich um gezielte verbale Anregungen, die der Therapeut während des Trancezustandes gibt, um das Denken und Fühlen des Klienten positiv zu beeinflussen, da in Trance eine erhöhte Suggestibilität besteht. 

Eine grundlegende Annahme in der Hypnotherapie ist die, dass der Klient alles nötige zur Lösung seiner Probleme in sich trägt. Es gilt also diese Fähigkeiten und Ressourcen mit Hilfe der Hypnose nutzbar zu machen oder überhaupt erst einmal zu entdecken.

Kommunikation in Trance

In der hypnotischen Trance findet nicht immer nur ein einseitiger Monolog statt, bei dem der Therapeut den Klienten lediglich „zutextet“ und dieser passiv „berieselt“ wird, sondern es kann auch zu einem aktiven Dialog kommen, der sowohl verbal als auch nonverbal stattfinden kann. Sie können in der Trance auf  Anleitungen oder Fragen antworten, sei es durch gesprochene Worte oder nonverbale Signale wie ein Nicken, veränderte Atmung oder Augenbewegungen. Besonders faszinierend ist das idiomotorische Signalsystem, bei dem Ihr Unbewusstes durch unwillkürliche Bewegungen – wie minimales Fingerheben oder ein leichtes Kopfnicken – kommuniziert, ohne dass Sie Ihre Muskulatur bewusst steuern. Dieser Dialog mit Ihrem Unbewussten ermöglicht eine tiefgehende, sichere und individuelle Zusammenarbeit, die weit über die klischeehafte Monolog-Darstellung  hinausgeht und Ihre therapeutischen Ziele effektiv unterstützt.

Hypnose als Therapieform - was sie besonders macht

Das Besondere an der Hypnose ist die Arbeit mit dem Unterbewusstsein. Die Möglichkeit unentdeckte, verborgene Potenziale zu entdecken und für die Therapie nutzbar zu machen, ist eine große Chance den Klienten dabei zu unterstützen in seine Selbstwirksamkeit zu kommen und zeigt gleichzeitig den humanistischen Ansatz der Hypnotherapie. 

Im Vergleich zu anderen Therapieformen wie beispielsweise der kognitiven Verhaltenstherapie, der Psychoanalyse oder der systemischen Therapie bietet sie eine einzigartige Kombination aus Ursachen- und Symptombehandlung. Die Hypnose kann durch Techniken wie Regression die Wurzel von Problemen (z.B. Kindheitstraumata, unbewusste Konflikte) aufdecken und auflösen. Außerdem kann sie natürlich auch zur direkten Behandlung von Symptomen wie Schmerzen, Schlafstörungen oder Angstzuständen eingesetzt werden. Die Hypnose ist also Ursachen- und Symptombehandler in einem und kann flexibel zwischen diesen beiden Ansätzen wechseln, je nach dem was gerade gefragt und sinnvoll ist. Mit der Hypnose kann an Themen aus der Vergangenheit gearbeitet werden, an bestimmten Schlüsselsituationen, welche oft bis in die Gegenwart nachwirken, ohne sich dabei durch das gesamte Leben des Klienten zu wühlen. Sollte eine solche aufdeckende Therapie jedoch kontraindiziert sein, was beispielsweise bei schweren Depressionen oder psychotischem Erleben der Fall ist, so kann mit der Hypnose stattdessen an aktuellen Problemen gearbeitet werden. Nach einiger Zeit und entsprechender Stabilisierung ist es natürlich möglich sich diesem Thema wieder zu widmen. Der Klient bestimmt hier maßgeblich das Tempo und die Art und Weise der Therapie mit.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Entspannung. Eine relativ simple Art die Hypnose anzuwenden ist als Entspannungsmethode und zur Förderung der Regeneration. . Außerdem muss Hypnose nicht nur in Therapieräumen stattfinden. Durch Selbsthypnose oder Audioaufnahmen ist es möglich sie in den Alltag zu integrieren und so einen besseren Zugang, eine bessere Beziehung zu seinem eigenen Unbewussten aufzubauen. 

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